Bühler Bürger fordern überdimensionierte Planung zu stoppen

Quasi zwischen Brücke und Sendemast wollen Planer das neue Hochplateau für ein damit weithin sichtbares Industriegebiet schaffen.

Quasi zwischen Brücke und Sendemast wollen Planer das neue Hochplateau für ein damit weithin sichtbares Industriegebiet schaffen. Hier der Blick aus Richtung Büschergrund.

Mit „Mehrheit der Deutschen wünscht mehr Einfluss in ihrer Stadt“ ist eine aktuelle Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung überschrieben (070/2015 vom 26. Mai 2015). Nach der dort zitierten Forsa-Umfrage im Rahmen der Initiative „Zukunftsstadt“ sehen 66 Prozent der Teilnehmer Verbesserungsbedarf bei den Einflussmöglichkeiten. Dabei rangieren Bereiche Verkehrsplanung mit 71 Prozent und Bauprojekte mit 65 Prozent an den ersten Stellen, für die die Umfrageteilnehmer mehr Mitwirkung einfordern.

„In Bühl dürfte dieser Prozentsatz aus aktuellem Anlass noch deutlich höher sein“, ist sich Ortsvorsteher Friedhelm Höfer sicher.

In diesen Tagen haben er und über 300 Mitunterzeichner einen Brief an den Bürgermeister und die Stadtverordneten gerichtet. Danach unterstützt fast jeder Haushalt des Ortes die dringliche Bitte, die unzeitgemäßen Pläne für ein viel zu großes Industriegebiet „Wilhelmshöhe-Nord“ zu stoppen.
„Es ist bemerkenswert, dass sich sogar viele, deren Elternhaus in Bühl stand, jetzt aus dem ganzen Bundesgebiet bei uns melden, um uns dabei zu unterstützen, den gemeinsamen Heimatort vor einer völlig überdimensionierten Planung zu schützen“, berichtet Ortsheimatpfleger Rolf Kolb. Er und die allermeisten Einwohner sehen Bühl als lebenswerten Ort gefährdet durch die insbesondere von IHK und Regionalrat befeuerte Absicht, hier große Landschaftsflächen (mehr als 17 Hektar) für eine neue Hochebene umzuwandeln, auf der sich Gewerbe, vornehmlich der Kategorie „störend“, niederlassen soll.

„Auch gerade für das Landschaftsbild wäre die Maßnahme völlig verheerend“, unterstreicht Thomas Löw zum wiederholten Male.

Betroffen ist dann der bewaldete Bergkamm „Ischeroth“, die Kilometerweit einsehbare höchste Erhebung Freudenbergs.

Die System-Darstellung zeigt das von den Planern favorisierte Hochtableau. Dafür muss der Ischeroth in weiten Teilen - und weithin sichtbar -abgetragen werden.

Die System-Darstellung zeigt das von den Planern favorisierte Hochtableau. Dafür muss der Ischeroth in weiten Teilen – und weithin sichtbar -abgetragen werden. (Repro: Foto-Prill, mit freundlicher Genehmigung)

Die Initiative rückt auch „ideologische Schwarzmalerei“ zurecht: „Wir sind nicht gegen Arbeitsplätze und eine notwendige Gewerbeentwicklung. Unser Ort hat bereits in der Vergangenheit mehrfach für die bestehenden Gewerbegebiete auf der Wilhelmshöhe einen erheblichen Flächenanteil seiner Gemarkung zur Verfügung gestellt. Heute müssen wir aber sagen: Was zu groß ist, ist zu groß und Unpassendes passt eben nicht“.
Und dafür, das belege die Unterschriftenliste, stehe nahezu der gesamte Ort, der sich mit dem Brief nachdrücklich gegenüber der Freudenberger Kommunalpolitik gegen das so geplante Industriegebiet Wilhelmshöhe-Nord ausgesprochen habe.

Eine kleine Delegation wird am Dienstagnachmittag das Schreiben und die Unterschriftenliste dem Bürgermeister überreichen. Kopien werden an die Stadtverordneten weitergeleitet.

Immer wieder bringen Bühler Bürger ihren Unmut über das viel zu große Industriegebiet zum Ausdruck. Hier richtet sich die Kritik gegen die massive Waldrodung.

Immer wieder bringen Bühler Bürger ihren Unmut über das viel zu große Industriegebiet zum Ausdruck. Hier richtet sich die Kritik gegen die massive Waldrodung.

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