Aktuelle Karte

Nachtrag zum Beitrag „Falsche Karte“ vom 8. September 2020

Die Karte, die in der Zeitschrift „DER FREUDENBERGER“ erschienen ist, wurde am 24.01.2018 auf einer Informationsveranstaltung der Stadt Freudenberg unter Planversion 6 vorgestellt.

In Büschergrund und Bühl wird derzeit über den folgenden aktuellen Plan vom 13.03.2019 gesprochen.

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Falsche Karte

Am Ischeroth scheiden sich die Geister. Das Pro und Contra werden politisch diskutiert, insbesondere vor der Kommunalwahl. Die Initiative zum Erhalt des Ischeroth, die sich vehement gegen ein neues Industriegebiet Wilhelmshöhe-Nord ausspricht, hatte deshalb die beiden Bewerber um das Freudenberger Bürgermeisteramt um eine Stellungnahme gebeten.

„Die Bürgerinnen und Bürger in und um Bühl wollen schließlich wissen, was die beiden Spitzenkandidaten zu der Problematik zu sagen haben,“ so die Initiative. Die Antworten von Nicole Reschke und Christoph Reifenberger waren dann auch Grundlage für einen Beitrag, der in der SWA-Beilage „DER FREUDENBERGER“ am 5. September erschienen ist.

Was aber nicht nur die Initiative verwundert: Ausdrücklich nahm die Bürgermeisterin Einfluss, den Artikel nicht mit einem Landschaftsfoto zu bebildern, sondern einen Lageplan zu veröffentlichen. Dieser fand nun auch den Weg auf die Seite 8 der Beilage. Für Kenner der Materie war allerdings sofort offensichtlich, dass es nicht die Karte ist, über die zuletzt mit den Grundstückseigentümern verhandelt wurde. Gezeigt wird im FREUDENBERGER der Plan, den der Baudezernent bei einer Informationsveranstaltung am 24. Januar 2018 gezeigt hatte – und der war bei den Waldgenossen wie der Bürgerschaft auf keine Gegenliebe gestoßen. Also wurde weiter geplant und den Stadtverordneten im März 2019 mitgeteilt, dass nun ein anderes „Modell“ Grundlage für weitere Gespräche sei.

Über die Gründe, warum die Bürgermeisterin altes Kartenmaterial in die Öffentlichkeit spielen ließ, kann nur spekuliert werden. Jedenfalls ist der Initiative wichtig, dass sie ausdrücklich nicht hinter der Veröffentlichung eines falschen Planes steht. „Wir sind entsetzt, mit welchen Mitteln die Bürgermeisterin hier arbeitet,“ zeigt sich die Initiative über die geplante Fehlinformation erstaunt.

Blick auf Bühl und den Ischeroth
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Ischeroth-Initiative befragt Kommunalpolitiker zur Wahl

Was sagen die Kandidaten zum Ischeroth?

„Für uns ist das Thema Ischeroth mit dem von der Stadt geplanten Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-Nord von höchster Bedeutung,“ erläutert Ortsheimatpfleger Rolf Kolb die Anfrage der Initiative an die Kommunalpolitiker. Man wolle doch wissen, wie diese in der Frage demnächst im neu gewählten Stadtrat entscheiden werden. Bis auf den Ratskandidaten der FDP hätten alle geantwortet.

Der bisherige CDU-Stadtverordnete und erneute Kandidat Wolfgang Samol bringt seine Ablehnung des GIB Wilhelmshöhe-Nord auf den Punkt: „Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern eine Welt hinterlassen, die auch morgen noch lebenswert ist. Das gilt auch für Ober- und Niederholzklau sowie für Bühl. Deshalb unterstütze ich den Erhalt des Ischeroth.“ Eine zukunftsorientierter Umwelt- und Klimaschutz schaffe Chancen für Arbeitsplätze, die auch morgen große Bedeutung hätten. Dafür würden Gewerbeflächen benötigt – aber an anderen Standorten.

Seine Mitbewerberin von B90/Grüne, Kornelia Oberlies, betont ebenfalls ausdrücklich ihre Ablehnung: „Selbstverständlich werde ich auch in Zukunft meine konsequente Haltung zum Erhalt des Ischeroth beibehalten. Sollte ich bei künftigen Abstimmungen dabei sein, werde ich – wie das Bündnis 90/Die Grünen – gegen die Realisierung des Gewerbe-Industriegebietes Wilhelmshöhe Nord abstimmen.“ Der Klimawandel zeige, wie wichtig die Wälder jetzt und für die Zukunft seien.

Josef Halbhuber, der für die SPD im Wahlbezirk 003 antritt, steht zu den gefassten Beschlüssen der Stadt pro GIB-Wilhelmshöhe-Nord. Die infrage kommenden Flächen seien nach objektiven Gesichtspunkten untersucht und beurteilt worden. „Die durchgeführten Bürgerbeteiligungsverfahren haben meines Erachtens zu guten Ergebnissen geführt. Das Gebiet wurde verkleinert, die Terrassen weiter abgesenkt, es gibt die Zusage der Verwaltung hinsichtlich der Art der anzusiedelnden Betriebe, sodass sichergestellt ist, dass keine Ansiedlung ‚schmutziger Industrie‘ dort stattfindet.“ Er möchte gerne dafür Sorge tragen, dass die gemachten Zusagen im politischen Verfahren eingehalten und festgeschrieben würden. Halbhuber: „lch selbst bin gerne am Ischeroth unterwegs und genieße die fantastische Aussicht, die auch weiterhin Bestand haben wird, da der gesamte Bereich oberhalb von Bühl, rechts vom Hochbehälter unangetastet bleiben wird.“

Unterstützung in seiner Haltung findet der SPD-Bewerber bei Bürgermeisterin Nicole Reschke: „Grundsätzlich bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass wir in Freudenberg Gewerbeflächen insbesondere zur Erweiterung von heimischen Unternehmen in Autobahnnähe vorhalten müssen.“ Die Anregungen sowie die Kritik sei sehr ernst genommen und die Planung insofern stark überarbeitet worden, sowohl hinsichtlich der Größe, der Höhenlage als auch der Einsehbarkeit. „In einem Bebauungsplan, der vom Rat der Stadt Freudenberg beraten und beschlossen werden muss, wird zukünftig festgelegt, welche Art von Unternehmen in diesem Gebiet zugelassen wird. Damit haben wir ein Steuerungsinstrument in der Hand, welche die mögliche Nutzung beschreibt und selbstverständlich bestimmte Nutzungen auch ausschließt. Insbesondere werden wir dafür Sorge tragen, dass das Maß an Belastungen wie Lärm und Schadstoffe nicht die Lebensqualität der Menschen in den Ortschaften einschränkt,“ so die SPD-Spitzenkandidatin.      

CDU-Bürgermeisterkandidat Christoph Reifenberger schreibt, dass es in seiner Fraktion unterschiedliche Auffassungen zu der Thematik gebe. Auf Anregung der CDU sei der „Beschluss zur städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ (im Volksmund als „Enteignung“ bezeichnet) zurückgenommen worden mit dem Ziel, in Gespräche auf Augenhöhe mit den Waldeigentümern eintreten zu können. „Wir halten grundsätzlich neue Gewerbe- und Industriegebiete in Freudenberg auch im Hinblick auf die erklärten strategischen Ziele im Leitbild für wichtig und nötig, sofern ein nachweisbarer Bedarf besteht,“ so Reifenberger. Eine Fixierung auf den Ischeroth finde nicht statt. Im Gegenteil: Seine Fraktion habe weitere Alternativen zur Prüfung vorgeschlagen, die jedoch bisher von der Verwaltungsleitung verworfen worden seien. Die ortsbildprägende grüne Umrandung von Bühl und Büschergrund solle nicht weitreichend verändert werden.

Reifenberger: „Ich werde mich im Falle meiner Wahl für einen zeitnahen Abschluss der Verhandlungen und Klarheit für alle Betroffenen einsetzen.“

Der berechtigte Wunsch nach sicheren Arbeitsplätzen auch durch den Ausbau vorhandener oder die Ansiedlung neuer Betriebe auf der einen, und der Schutz und dem Erhalt der Schöpfung und der Umwelt auf der anderen Seite müsse „unter einen Hut“ gebracht werden. Das sei nicht trivial.  

Alle Antworten der Kommunalpolitiker sind auf der Homepage https://www.ischeroth-nicht-zerstoeren.de und auf den Infotafeln am Ischeroth und am Büscher Weiher im Original und voller Länge nachzulesen.

 „Wir werden weiterhin den Kontakt mit der Stadt suchen, um die Unzulänglichkeit der GIB-Wilhelmshöhe-Nord-Pläne darzulegen,“ sagt Bühls Ortsvorsteher Friedhelm Höfer. Kein Vertrauen bestehe auf angedeutete abmildernde Regelungen in einem Bebauungsplan. So seien die in dem seit 2008 rechtsverbindlichen Bebauungsplan „Wilhelmshöhe-West“ geforderten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bis heute – zwölf Jahre später – immer noch nicht vollständig erbracht. Schon 2015 hätte die Verwaltung dort zugeben müssen, dass 90 Prozent von Böschungsanpflanzungen wieder eingegangen seien und eine begleitende ökologische Baubegleitung nicht stattgefunden habe. Höfer: „Das sagt doch alles!“

„Die geplante Vernichtung des wertvollen Laubwaldbestandes am Fuße des Ischeroth, um im Bereich der Löw-Kurve eine nahezu 40 Meter hohe Böschung anzulegen, widerspricht völlig heutigen Ansprüchen an Umwelt- und Landschaftsschutz,“ ergänzt Rolf Kolb.

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KOMMUNALWAHL IN FREUDENBERG AM 13. SEPTEMBER 2020

Die Bühler Initiative „Ischeroth erhalten“bittet um Auskunft der Anwärter*in für das Amt des/der Stadtverordneten.

Für die Initiative „Ischeroth erhalten“ in Bühl ist die kommunalpolitische Entscheidung um ein evtl. Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-Nord von höchster Bedeutung.

Nahezu alle Bürgerinnen und Bürger von Bühl haben sich in einer Unterschriftenaktion gegen die Zerstörung des Ischeroth und damit gegen die Realisierung dieses Industriegebietes Wilhelmshöhe-Nord für ausdrücklich „Störendes Gewerbe“ (GIB) ausgesprochen.

Die Stellungnahmen der Kandidatin und des Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Freudenberg (Nicole Reschke, SPD und Christoph Reifenberger, CDU) haben wir bereits gestern veröffentlicht. Die Stellungnahmen der Kandidatin und der Kandidaten für das Amt der Stadtverordneten Josef Halbhuber (SPD), Wolfgang Samol (CDU), Kornelia Oberlies (B90/Grüne) sowie Carsten Schmidt (FDP) stellen wir Ihnen heute vor.

Blick von der Gemarkungsgrenze Bühl/Oberholzklau auf den Ischeroth

Stellungnahme von Josef Halbhuber (SPD Freudenberg)

Bei der Frage des Bedarfs von weiteren Gewerbeflächen innerhalb des Stadtgebietes der Stadt Freudenberg bin ich mir sicher, dass wir künftig weitere Flächen ausweisen müssen, um den Standort Freudenberg für junge Familien, für die Frage der Finanzierbarkeit von städtischer Infrastruktur und selbstverständlich auch für Unternehmen weiterzuentwickeln.

lhnen ist die Historie rund um die Findung des geplanten Gewerbegebietes Wilhelmshöhe-Nord sicherlich bekannt, sodass ich an dieser Stelle lediglich erwähnen möchte, dass innerhalb der letzten 10 Jahre mehrere unabhängige Gutachten die in Frage kommende Flächen – mehr als 10 Stück – nach objektiven Gesichtspunkten untersucht und beurteilt haben. Das Ergebnis ist bekannt und hat dazu geführt, dass der Bereich Wilhelmshöhe-Nord nach Beschluss im Stadtrat in den Regionalplan aufgenommen wurde.

Die durchgeführten Bürgerbeteiligungsverfahren haben meines Erachtens zu guten Ergebnissen geführt. Das Gebiet wurde verkleinert, die Terrassen weiter abgesenkt, es gibt die Zusage der Verwaltung hinsichtlich der Art der anzusiedelnden Betriebe, sodass sichergestellt ist, dass keine Ansiedlung ,,schmutziger Industrie“ dort stattfindet. Erfolge, die durch den Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern, der Grundstückseigentümer und der Verwaltungsleitung zustande gekommen sind. Gute Grundlagen, um den begonnenen Dialog zielgerichtet fortzusetzen und im Bebauungsplanverfahren entsprechende Rahmenbedingungen zu fixieren.

lch möchte gerne gemeinsam mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern dafür Sorge tragen, dass die gemachten Zusagen im politischen Verfahren eingehalten und festgeschrieben werden. lch selbst bin gerne am Ischeroth unterwegs und genieße die fantastische Aussicht, die auch weiterhin Bestand haben wird, da der gesamte Bereich oberhalb von Bühl, rechts vom Hochbehälter unangetastet bleiben wird.

An dieser Stelle danke ich allen Bürgerinnen und Bürgern, die in den vergangenen Jahren in guten und konstruktiven Gesprächen dazu beigetragen haben, die o. g. Entwicklung des Gebietes zu beeinflussen.

Stellungnahme von Wolfgang Samol (CDU Freudenberg)

Nach christlichem Verständnis sind Mensch, Natur und Umwelt Schöpfung Gottes. Das Prinzip der Nachhaltigkeit muss fester Bestandteil der Politik in Freudenberg sein. Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern eine Welt hinterlassen, die auch morgen noch lebenswert ist.

Das gilt auch für Ober- und Niederholzklau sowie für Bühl. Deshalb unterstütze ich den Erhalt des Ischeroth. Eine zukunftsorientierte Umwelt und Klimaschutz schaffen Chancen für Arbeitsplätze, die auch morgen große Bedeutung haben werden. Dafür werden Gewerbeflächen benötigt – aber an anderen Standorten.

Ich will mit dazu beitragen, eine Heimat zu gestalten, in der starke Unternehmen, gute Jobs und soziale Sicherheit geboten werden und Betriebe sich ansiedeln, die mit klimafreundlichen Technologien erfolgreich sind. Die Zukunft zu gestalten, um das Leben der Menschen besser zu machen. Dafür stehe ich.

Stellungnahme von Kornelia Oberlies(Bündnis 90 / Die Grünen – Stadtverband Freudenberg)

Selbstverständlich werde ich auch in Zukunft meine konsequente Haltung zum Erhalt des Ischeroth beibehalten.Sollte ich bei künftigen Abstimmungen dabei sein, werde ich – wie das Bündnis 90/Die Grünen – gegen die Realisierung des Gewerbe-Industriegebietes Wilhelmshöhe Nord abstimmen.

Es wurden in den letzten 50 Jahren schon sehr viele Flächen in der Stadt Freudenberg für Gewerbe- und Industriegebiete ausgewiesen. Es wird Zeit, bezüglich des Demographischen Wandels, der auch vor den Toren von Freudenberg nicht Halt machen wird, dies mit anderen Augen zu sehen.

Unsere Landmarke der Region und Naherholungsgebiet für Jedermann muss nicht nur für uns, sondern insbesondere für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. Der Klimawandel zeigt uns wie wichtig die Wälder jetzt und für die Zukunft sind.

Stellungnahme Carsten Schmidt (FDP – Freudenberg)

Die Stellungnahme wurde nachgereicht.

Ich verstehe, dass die von Ihnen angesprochenen Fragen für die Anwohnerinnen und Anwohner aus Bühl und Umgebung von besonderer Bedeutung sind. Gerne würde ich Ihre Fragen dahingehend beantworten, dass ich gegen das Gewerbegebiet stimmen würde, da die Natur und die Interessen der Bühler Bürgerinnen und Bürger unbedingt geschützt werden müssen. Doch so einfach möchte ich mir die Antwort nicht machen, da in diesem konkreten Fall – wie häufig im Leben – die verschiedenen Interessen gegeneinander abgewogen werden sollten, um eine bestmögliche Lösung für alle zu finden.
Den von Ihnen vorgetragenen berechtigten Interessen steht auch die Notwendigkeit und Verantwortung gegenüber, die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger der Stadt Freudenberg zu berücksichtigen. Die Gewerbesteuer ist eine der wichtigsten Einnahmequellen unseres Stadthaushaltes und von diesen Einnahmen profitiere wir als Bürgerschaft unserer Stadt alle gemeinsam.
Des Weiteren sind die Sicherung und der Ausbau von Arbeitsplätzen, gerade in Zeiten wie diesen, wo viele Menschen von Einnahmeverlusten und Arbeitslosigkeit bedroht sind, ebenfalls von herausragender Bedeutung. Wie auch Ihnen bekannt ist, liegen der Stadtverwaltung konkrete Forderungen von innerhalb und außerhalb des Gebietes der Stadt Freudenberg nach weiteren Gewerbeflächen vor. Diese könnten mit dem Gewerbegebiet entsprechend bedient werden. Damit könnt die Maßnahme zu einer nachhaltigen Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand in unserer Stadt beitragen.
Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass die Planung des Gewerbegebietes bereits in weiten Teilen angepasst wurde, um die natürlichen Ressourcen möglichst zu schonen. Daneben tragen wohnortnahe Arbeitsplätze dazu bei, durch kurze Wege die Umwelt zu schonen und die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner unserer Stadt durch ersparte Fahrzeiten zu steigern.
Gerne werde ich mich in Zukunft, im Kontext einer eventuellen Realisierung des Gewerbegebiets „Wilhelmshöhe-Nord“ dafür einsetzen, dass die Stimmen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin Gehör finden. Außerdem würde ich eventuell anstehenden Enteignungen nicht zustimmen, sondern dafür plädieren, dass mit den betroffenen Personen eine einvernehmliche Lösung erzielt wird. Ich würde mich freuen mit Ihnen auch weiterhin im Dialog zu bleiben.

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Initiative befragt Bürgermeister-Kandidaten „Was sagen Sie zum Ischeroth?“

Für die Bühler Initiative „Ischeroth erhalten“ ist die kommunalpolitische Entscheidung um ein evtl. Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-Nord von höchster Bedeutung. Zur Erinnerung: Nahezu alle Bürgerinnen und Bürger von Bühl hatten sich in einer Unterschriftenaktion gegen die Zerstörung des Ischeroth und damit gegen die Realisierung eines Industriegebietes GIB Wilhelmshöhe-Nord mit ausdrücklich „Störendem Gewerbe“ ausgesprochen.

Von den beiden Bewerbern um das Freudenberger Bürgermeisteramt bei der Kommunalwahl am 13. September 2020 wollten wir deren Haltung zu diesem wichtigen Thema wissen.

Auf unsere Anfrage haben die Amtsinhaberin Nicole Reschke (SPD) und ihr Herausforderer Christoph Reifenberger (CDU) geantwortet, wofür wir herzlich danken.

Nicole Reschke (SPD)

Stellungnahme

Nicole Reschke (SPD)

Grundsätzlich bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass wir in Freudenberg Gewerbeflächen insbesondere zur Erweiterung von heimischen Unternehmen in Autobahnnähe vorhalten müssen. Die ausführliche Untersuchung der in Frage kommenden Flächen war Grundlage dafür, warum der Bereich Wilhelmshöhe-Nord schließlich beschlossen wurde und in den Regionalplan aufgenommen worden ist. 

Zu Beginn meiner Amtszeit habe ich gesagt, dass geprüft werden muss, wie eine Umsetzung möglich ist. Zudem haben wir die Anregungen sowie die Kritik sehr ernst genommen und die Planung insofern stark überarbeitet, dass sowohl hinsichtlich der Größe, der Höhenlage als auch der Einsehbarkeit deutliche Änderungen vorgenommen worden sind. Auch die Gespräche mit den Vorständen der Waldgenossenschaften als Vertreter der Grundstückseigentümer sind sehr sachlich und fair verlaufen.  

In einem Bebauungsplan, der vom Rat der Stadt Freudenberg beraten und beschlossen werden muss, wird zukünftig festgelegt, welche Art von Unternehmen in diesem Gebiet zugelassen wird. Damit haben wir ein Steuerungsinstrument in der Hand, welche die mögliche Nutzung beschreibt und selbstverständlich bestimmte Nutzungen auch ausschließt. Insbesondere werden wir dafür Sorge tragen, dass das Maß an Belastungen wie Lärm und Schadstoffe nicht die Lebensqualität der Menschen in den Ortschaften einschränkt.       

Die Perspektive Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen sowie das Ziel, das Lebensumfeld aller Menschen in Freudenberg attraktiv zu halten, werde ich auch weiterhin miteinander verknüpfen wollen. Mein Anspruch ist, den Dialog auf Augenhöhe weiterzuführen und mit Sachlichkeit und Fairness in die weiteren Gespräche zu gehen.

Christoph Reifenberger (CDU)

Stellungnahme

Christoph Reifenberger (CDU)

Politik hat viele Interessen zu berücksichtigen und miteinander in Einklang zu bringen. Ein einfaches schwarz-weiß ist in den wenigsten Fällen möglich. Die Kunst ist es vielmehr, einen für alle annehmbaren Kompromiss zu finden. Das ist das Wesen unserer Demokratie. Das ist meine Herausforderung, sollte ich Bürgermeister dieser Stadt werden. Und dieser Herausforderung stelle ich mich gerne. Auch innerhalb der CDU Fraktion gibt es unterschiedliche Auffassungen, wie mit diesem Thema umzugehen ist. 

Geben Sie mir bitte jedoch zunächst die Gelegenheit, die Zusammenhänge zu umreißen. Die CDU hat sich in diesem Thema bereits zu Beginn der noch laufenden Wahlperiode eindeutig positioniert:

  • Auf Anregung der CDU-Fraktion wurde der „Beschluss zur städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ (im Volksmund als „Enteignung“ bezeichnet) zurückgenommen mit dem Ziel, in Gespräche auf Augenhöhe mit den Waldeigentümern eintreten zu können. Die CDU hat vor allen anderen diese Gespräche mit den Haubergsvorständen gesucht und vermittelt. 
  • Wir halten grundsätzlich neue Gewerbe- und Industriegebiete in Freudenberg auch im Hinblick auf die erklärten strategischen Ziele im Leitbild für wichtig und nötig, sofern ein nachweisbarer Bedarf besteht.  
  • Eine Entwicklung gegen den erklärten Willen von Grundstückseigentümern ist nicht im Interesse der CDU und wird nicht forciert. 
  • Planerisch richtig ist auch in Bezug auf Freudenberg, dass die Nähe zur Autobahn ein Hauptkriterium für die Standortwahl ist. Diesen Standortvorteil gilt es zu berücksichtigen.
  • Die ortsbildprägende grüne Umrandung von Bühl und Büschergrund soll nicht weitreichend verändert werden.

Diese und weitere Thesen hat die CDU bereits im Januar 2018 formuliert und auch in den entsprechenden Ausschüssen öffentlich vorgetragen. Eine Fixierung auf den Ischeroth findet nicht statt. Im Gegenteil: Wir haben weitere Alternativen zur Prüfung vorgeschlagen, die jedoch bisher von der Verwaltungsleitung verworfen wurden! Unabhängig davon erfordert jedoch die aktuelle Situation nach unserer Auffassung eine Neubewertung etwaig vorhandener Bedarfe. Es kann nach unserer Auffassung zurzeit vorrangig nur darum gehen, vorhandene Betriebe und die Arbeitsplätze dort zu halten. Eine Expansion scheint im Augenblick nicht im Vordergrund zu stehen. 

Im Übrigen hat die Bürgermeisterin, die den Gesamtprozess jetzt bereits weitere 5 Jahre verschleppt hat, im Augenblick den Auftrag des Rates, mit den Haubergsgenossenschaften Bühl und Büschergrund zu verhandeln. Hier ist dem Rat jedoch kein aktueller Sachstand bekannt. Auch das spricht für sich.

Ich werde mich im Falle meiner Wahl für einen zeitnahen Abschluss der Verhandlungen und Klarheit für alle Betroffenen einsetzen.  

Was sagen Sie z. B. dem Unternehmer, der seine Firma hier in Freudenberg vergrößern will, aber keine geeignete Fläche findet und erwägt, mit seiner Firma nach Hünsborn umzusiedeln, weil dort günstige Industrie- und Gewerbeflächen angeboten werden. In diesem Fall würden hier Arbeitsplätze wegfallen. Auch die Gewerbesteuer fehlt dann, die z.B. zur Erhaltung des Kurparks, zur Unterhaltung des Freibads oder auch zur Ausrichtung des Weihnachtsmarktes verwendet wird, um nur einige Beispiele zu nennen.

Der berechtigte Wunsch nach sicheren Arbeitsplätzen auch durch den Ausbau vorhandener oder die Ansiedlung neuer Betriebe auf der einen, und der Schutz und dem Erhalt der Schöpfung und der Umwelt auf der anderen Seite müssen „unter einen Hut“ gebracht werden. Das ist nicht trivial. Wenn Sie die Lösung kennen: Lassen Sie es mich gerne wissen. 

Jede Medaille hat eben immer zwei Seiten.

Die Missachtung der Natur ist in jedem Fall zu verurteilen. Die Neunutzung vorhandener Industriebrachen ist z. B. ein probates Mittel, weiteren Flächenverbrauch zu umgehen. Dazu bedarf es allerdings Aufwände, die ich angehen werde. Zurzeit hat die Bürgermeisterin dieses Handlungsfeld nicht im Blick. Die Position „Wirtschaftsförderung“ im Haushalt der Stadt Freudenberg, unter die diese Aufwände einzuordnen wären, sieht aktuell keinerlei Aktivitäten diesbezüglich vor.  Das werde ich ändern. 

Ich würde mich freuen, wenn wir weiterhin im Gespräch bleiben und auch durch einen sachlichen Meinungsaustausch die gegenseitigen Beweggründe besser verstehen lernen. Nichts ist so lähmend wie Menschen um sich zu haben, die immer der gleichen Meinung sind, wie man selbst. Nur so können wir Freudenberg aus der 5jährigen Lethargie herausholen und etwas bewegen.

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Wanderer und Biker lieben den Ischeroth

Die Aktion kam spontan zustande, um einfach ein Meinungsbild und eine Zahlgröße zu kennen: In der Zeit vom 12. bis zum 13. Juni 2020 führten Aktive der Initiative „Ischeroth erhalten“ am Rande des Siegerland-Höhenweges oberhalb von Bühl eine Befragung durch.

Zunächst galt es, durch quasi eine „Verkehrszählung“ einen Gesamtüberblick zu erhalten, wie viele auf dem Ischeroth entweder zu Fuß oder per Rad unterwegs sind.

Viele waren gerne zu einer weitergehenden Befragung bereit: 135 Teilnehmer unterstützten in dieser kurzen Zeit den Erhalt des Ischeroth, 91 dokumentierten dies sogar per Unterschrift.

Eine beachtliche Zahl von Fahrradfahrern kamen dabei aus dem weiteren Umfeld (über 20 km), so aus Siegen, Geisweid, Weidenau, aber sogar aus Betzdorf und Bad Berleburg.

Beim näheren Umfeld sind es viele Flecker, die den Hausberg von Bühl und Büschergrund erklimmen, ebenso aber aus Alchen, Seelbach, Lindenberg, Oberholzklau, Ottfingen oder Römershagen.

Damit bestätigt sich erneut der hohe touristische und Freizeitwert dieses bedeutenden Landschafts-Höhenzuges. Und der sollte erhalten bleiben, da sind sich Bewohner wie Besucher einig.

Bei beiden stößt die geplante Kehrtwende auf völliges Unverständnis, statt des wunderbaren Naturerlebnisses hier ein sogenanntes „GI-Gebiet“ auszuweisen. Damit wären hier weithin sichtbar solche Industrien anzusiedeln, die für „normale“ Gewerbegebiete ungeeignet sind. So definiert die Baunutzungsverordnung die GI-Festlegung.

Der Kreis Siegen-Wittgenstein wirbt gegenwärtig mit „Waldreich“ für den Tourismus in dieser Region. Es sei schade, so die Initiative, wenn Freudenberg trotzig entgegen seines Leitbildes („Wir werden den Tourismus als Wirtschaftsfaktor zielorientiert entwickeln.“) durch das geplante Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-Nord Landschaft immer ärmer machen würde. Der Ischeroth gilt zu Recht als eines der schönsten Naherholungsgebiete mit einer unvergleichlichen Fernsicht.

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Den Beschlussvorschlag der Bürgermeisterin ablehnen!

Initiative „Ischeroth erhalten“ wendet sich an die Fraktionsvorsitzenden im Freudenberger Stadtrat – Hauptausschuss will Donnerstag über Bürgeranregung beschließen

Foto: Timo Stahl

Im April brachte die Initiative „Ischeroth erhalten“ eine Bürgeranregung auf den Weg. Ihr Wunsch an den Freudenberger Stadtrat: Von einer Umsetzung der Planung des umstrittenen Gewerbegebietes „Wilhelmshöhe-Nord“ Abstand nehmen. Die Bühler und Büschergründer begründen das Anliegen mit dem Hinweis auf den aktuellen Fachbeitrag „Klima“ des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV). Darin heißt es, es sei unerlässlich, Planungen an bereits eingetretene und nicht mehr vermeidbare zukünftige Klimaveränderungen anzupassen, um Schäden für die Gesellschaft und die Natur zu verhindern bzw. so gering wie möglich zu halten.

Der Freudenberg Haupt- und Finanzausschuss wird sich am kommenden Donnerstag mit der Bürgeranregung befassen (18. Juni 2020, Tagesordnungspunkt 3). Wie sich Bürgermeisterin Reschke die Abstimmung wünscht, hat sie in der Vorlage 83/2020 den Ratsmitgliedern kundgetan: Die Bürgeranregung sei abzulehnen. Denn: Im Leitbild der Stadt Freudenberg sei als strategisches Ziel Nr. 3 festgeschrieben, dass für den Bereich „Wirtschaft“ die Anzahl der Beschäftigten und Ausbildungsplätze ausgebaut werden solle.

„Diese Begründung ist völlig zu kurz gegriffen,“ sagt für die Initiative Rolf Kolb aus Bühl. In einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden weist die Initiative darauf hin, dass ebenso in dem vom Rat beschlossenen Leitbild ausdrücklich festgeschrieben sei, dass Potentiale zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit besser genutzt, die Umwelt geschützt und Lebensqualität erhalten werden soll.

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Diese vom Rat normierten Maßgaben sind der Bürgermeisterin offensichtlich bei Abfassung der Vorlage entfallen, obwohl der Rat in seiner Entscheidung am 27. 09. 2018 ausdrücklich festgehalten hat, dass künftige Entscheidungen an der strategischen Gesamtkonzeption zu messen sind.“

Im städtischen Leitbild, so die Initiative, heiße es ausdrücklich: „Die Lebensqualität in den Dörfern gilt es nachhaltig zu sichern.“ Friedhelm Höfer (Bühl) und Anne Ising (Büschergrund) stellen klar: „Genau dies geschieht für die Lebensbereiche Bühl und Büschergrund nicht, wenn das GIB Wilhelmshöhe-Nord umgesetzt werden sollte.“ Die massiven negativen Folgen für Landschaft, Klima, Umwelt, Wohnqualität und durch Emissionen seien vielfach dargestellt worden.

Die Einschätzung der Bürgermeisterin, der Fachbeitrag des LANUV als nordrhein-westfälisches Kompetenzzentrum für Natur- und Klimaschutz, würde für die verfahrensleitende Behörde unwesentlich sein, findet Jörg Bruland sehr verwunderlich: „In seinem Beschluss zum interkommunalen Klimaschutzmanagement hat sich die Stadt Freudenberg doch ausdrücklich auf das Klimafolgenmonitoring des LANUV NRW bezogen und dabei zum Ausdruck gebracht, die Stadt wolle sich auf kommunaler Ebene verstärkt für die Umwelt einsetzen.“

Als Fazit bitten die sechs Unterzeichner des Aufrufs an die Fraktionen ausdrücklich darum, bei der anstehenden Entscheidungen über die Bürgeranregung die Beschlussempfehlung der Bürgermeisterin abzulehnen.

In ihrem Appell an die Stadtverordneten verweist die Initiative abschließend auf den Bundespräsidenten: „Wir sind nur einfache Bürger, vielleicht ist für Sie deutlich bedeutender, was unser Bundespräsident zum Tag der Umwelt vor wenigen Tagen am 5. Juni 2020 in einem Gastbeitrag in einer großen deutschen Tageszeitung veröffentlichte:

Wir Älteren müssen Solidarität mit den Jungen zeigen, indem wir ihnen einen lebenswerten Planeten hinterlassen. Denn es sind vor allem unsere Kinder und Enkel, welche die Folgen tragen werden, wenn wir jetzt nicht unsere Anstrengungen beim Klimaschutz wiederaufnehmen und erheblich verstärken. (…) Wir haben deshalb alle Gründe, beim Klimaschutz vorwärtszugehen.‘“

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Beschlussvorlage zum Bürgerantrag liegt vor

Am Donnerstag, den 18 Juni 2020, findet die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses in der Aula in Büschergrund statt. Dort wird die
Bürgeranregung der Initiative „Ischeroth erhalten“ vom 18.04.2020 thematisiert. Die Beschlussvorlage kann hier eingesehen werden. Weitere Infos zur Sitzung sind auf der Homepage der Stadt Freudenberg zu finden.

Foto: Mike Salomon

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„Eine Planung – völlig aus der Zeit“

Bühler und Büschergründer bringen Bürgerantrag auf den Weg: Freudenberg soll vom GIB Wilhelmshöhe-Nord Abstand nehmen

Mit einem Bürgerantrag aus Bühl und Büschergrund muss sich jetzt der Freudenberger Stadtrat befassen. Das Ziel der Antragsteller: Die Kommunalpolitiker sollen beschließen, von einer Umsetzung der Planung für ein Industriegebiet am Ischeroth Abstand zu nehmen.

Ihre Argumentation stützen die Gegner des GIB Wilhelmshöhe-Nord auf den aktuellen Fachbeitrag Klima, den das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) jetzt für die Planungsregion vorgelegt hat, zu dem auch der Kreis Siegen-Wittgenstein zählt.

Buchenwald im Plangebiet Wilhelmshöhe-Nord

Unter dem Eindruck, dass „der globale von Menschen verursachte Klimawandel eine der bedeutendsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit ist“, sehen die Experten aus der NRW-Landeshauptstadt dringenden Handlungsbedarf.

Die LANUV-Maßgabe, dass es unerlässlich sei, Planungen an bereits eingetretene und nicht mehr vermeidbare zukünftige Klimaveränderungen anzupassen, um Schäden für die Gesellschaft und die Natur zu verhindern bzw. so gering wie möglich zu halten, leitet die Argumentation der Bürger ein.

Ihr Fazit: Wenn also eine nachhaltige Raumentwicklung eingefordert werde, die die Wirkfolgen der klimatischen Parameter beachte und sie für die kleinräumliche Detailplanung als Handlungsleitlinie identifiziere, könne die GIB-Planung Wilhelmshöhe-Nord nicht mehr aufrecht erhalten bleiben, so Jörg Bruland aus  Büschergrund und Gerhard Böcking, Bühl.    GIB-Wilhelmshöhe-Nord stehe für eine Fehlplanung angesichts der Notwendigkeit, eine klimagerechte räumliche Steuerung von Siedlungsflächen vorzunehmen. „Diese Planung, die ein weithin sichtbares Gelände für störende Industriebranchen mit einem massiven Natureingriff zum Ziel hat, ist inzwischen völlig aus der Zeit gefallen.“

„Die vorliegenden Planüberlegungen für ein GIB Wilhelmshöhe-Nord finden auf Grund der Überdimensionierung, des Eingriffes in Landschaft und Natur, der zu erwartenden Immissionen und der vielfältigen negativen Einflüsse nicht die Akzeptanz der betroffenen Bevölkerung. Daneben zeigen ja auch die Grundstückseigentümer keine Bereitschaft, die notwendigen Flächen für eine Realisierung zur Verfügung zu stellen,“ fasst Bühls Ortsvorsteher Friedhelm Höfer darüber hinaus zusammen. Deshalb werde angeregt, dass der Rat der Stadt Freudenberg durch Beschluss von der Umsetzung des GIB Wilhelmshöhe-Nord Abstand nimmt.

Konkret heißt es in dem Bürgerantrag vor dem Hintergrund der LANUV-Darlegungen: „Auch in dieser Region sei ein entschiedenes Handeln notwendig, um den globalen, bundes- und landesweiten Klimaschutzzielen gerecht zu werden. Die schon eingetretenen anthropogenen Klimaveränderungen beeinflussten durch Extrem-niederschläge, Unwetter, Trockenperioden und Grundwasserrückgang auch unseren Kreis.

Bei dem Ziel, auf die Klimawandel-Folgen zu reagieren und die negativen Auswirkungen auf die natürlichen Systeme abzumildern, kommt den Wäldern als Kohlenstoffspeicher ein überaus hohes Gewicht zu. Waldsysteme sind solche Kohlenstoffsenken, die in ihrer Vegetation und im Boden große Mengen Kohlenstoff speichern können. Diese Ökosysteme, so die Experten, seien daher aus Gründen des Klimaschutzes von besonderer Bedeutung und sollen planerisch geschützt werden. Notwendig seien Waldschutz und Waldmehrung. Dem widerspricht die inzwischen nicht mehr auf der Höhe der Zeit befindliche GIB-Planung Wilhelmshöhe-Nord, die von einer massiven Waldvernichtung und Landschaftsumformung ausgeht.

Zu beachten sei neben dem Waldnaturschutz auch die Erholungsnutzung im Wald, der angesichts der Leitbild-Festlegungen für die Stadt Freudenberg eine wesentliche Relevanz zukommen müsste.“

Abschließend greift der Bürgerantrag auch die jüngste Zusammenstellung der Kaufkraftzahlen durch die IHK Siegen auf. Diese weise für Freudenberg einen überdurchschnittlichen Wert aus. Beim Einzelhandelsumsatz rangiert bekanntlich Freudenberg hinter Siegen und Olpe an vorderster Stelle. Hierzu heißt es aus Bühl und Büschergrund, damit werde noch einmal das hohe Gewicht der Stadt in Bezug auf die Wohnqualität signalisiert und sie als bevorzugter Lebensort bestätigt:

„Dieses positive Merkmal aufs Spiel zu setzen, in dem weithin sichtbar ein Industriegebiet zur ausschließlichen Unterbringung vorwiegend solcher Betriebe, die in anderen Baugebieten aufgrund der Immissionen als „störend“ gelten und unzulässig sind (§ 9 BauNVO), kann nur als kontraproduktiv für eine positive Stadtentwicklung bezeichnet werden“, findet Rolf Kolb aus Bühl.

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Ischeroth: Es liegt bei den Waldgenossen

Artikel vom 04.03.2020/Westfälische Rundschau

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