Bühl vereint im Protest

Termin beim Rathaus-Chef: Ortsheimatpfleger Rolf Kolb übergibt Bürgermeister Eckhard Günther den Bürgerbrief und die Unterschriften-Listen

Termin beim Rathaus-Chef: Ortsheimatpfleger Rolf Kolb übergibt Bürgermeister Eckhard Günther den Bürgerbrief und die Unterschriften-Listen

Den Bühler Bürgerbrief, der immerhin 338 Unterschriften trägt, liegt jetzt bei der Stadt Freudenberg vor. Eine kleine Delegation begleitete Ortsvorsteher Friedhelm Höfer, Ortsheimatpfleger Rolf Kolb und Thomas Löw, die das Schreiben am Dienstag Bürgermeister Eckhard Günther überreichten.
„Damit hat sich nahezu die gesamte Bühler Bevölkerung gegen dieses viel zu große Industriegebiet ausgesprochen“, unterstrich Friedhelm Höfer bei dem Rathaus-Termin. Das sei ein ganz klares Nein gegen die vom noch amtierenden Bürgermeister, Teilen des Rates, dem Regionalrat und der IHK ins Auge gefasste Gewerbefläche Wilhelmshöhe-Nord.

Ortsvorsteher Friedhelm Höfer (li) erläutert eingehend noch einmal die Beweggründe gegen das viel zu große Industriegebiet, auf die in dem Schreiben der Bühler Bürger eingegangen wird.

Ortsvorsteher Friedhelm Höfer (li) erläutert eingehend noch einmal die Beweggründe gegen das viel zu große Industriegebiet, auf die in dem Schreiben der Bühler Bürger eingegangen wird.

Der Text des übergebenen Schreibens lautet:

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren Stadtverordnete!

Die Landesplanungsbehörde stimmte im März 2015 der vom Regionalrat Arnsberg angestrebten Änderung des Regionalplanes zu, für Freudenberg darin ein Industriegebiet „Wilhelmshöhe-Nord“ auszuweisen.
Investoren, deren Plänen willig gefolgt wurde, wollen, dass etwa 180.000 m2 Waldfläche gerodet und 450.000 m3 Boden bewegt werden, um auf einer Gesamtfläche von 18 ha ein Industriegebiet von etwa 10 ha Größe zu errichten. Hierfür muss der Ischeroth, die höchste Erhebung in Freudenberg und eine weithin sichtbare Landmarke, nahezu zerstört werden.

Selbst in der Beratungsvorlage des Regionalrates vom Dezember 2014 heißt es:
„Die beschriebenen Beeinträchtigungen können zu erheblichen Umweltauswirkungen führen, deswegen sollte auf die Festlegung und Umsetzung dieser Planalternative (…) verzichtet werden (…).“
Im Endergebnis kommt das Arnsberger Gremium aber dennoch zu einem zustimmenden Beschluss und lehnt bisher vorgebrachte Einwände rigoros ab.

Nach den Arnsberger Vorlagen ist es das Ziel, eine „überwiegende Nutzungsmöglichkeit für störendes Gewerbe“ bzw. für „insbesondere emittierende Nutzungen“ zu erreichen. Trotz der angestrebten Zulassung einer größt-möglichen Belastung durch Industriebetriebe, die womöglich in Tag- und Nachtschicht arbeiten, wird in den Regionalrat-Papieren die Behauptung aufgestellt, „erhebliche Auswirkungen auf die Wohnbevölkerung sind nicht zu erwarten“.

Die Planer verzichten ausdrücklich auf eine Konzeption, die der Geländeformation angepasst wäre und wollen, weil besser und profitabler zu vermarkten, ein neues einziges Höhentableau (440 m über NN) schaffen und damit eine „besonders augenfällige Veränderung des Landschaftsbildes“ einfach hinnehmen: Der Ischeroth und damit der Landschaftsteil zwischen Büschergrund und Bühl soll durch ein viel zu groß angelegtes Industriegebiet massiv überformt werden.

Wir fassen zusammen:
Es ist geplant, Landschaft zu zerstören, die Umwelt zu schädigen und unserem Ort seinen Wohnwert zu nehmen.

Wir fragen Sie:
Wollen Sie das so geschehen lassen? Wollen Sie wirklich, dass keine Rücksicht auf unsere typische Mittelgebirgslandschaft und die Wohnbevölkerung genommen wird?
Sind Sie bereit, sich mit den Problemen auseinander zu setzen oder wollen Sie einfach den Ideen jener folgen, denen es nur um schnellen Profit und Vermarktung -zu was auch immer- geht?

Wir bitten Sie eindringlich:
Nehmen Sie von diesen Plänen Abstand, von denen es auf Seite 55 der Regionalrats-Vorlage (27/04/14) bezeichnender Weise heißt:
„Uneingeschränkt begrüßt wird die Planung allein durch die IHK Siegen“.

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis:
Die, die diesen Brief unterschrieben haben, wehren sich nicht gegen Arbeitsplätze und eine notwendige Gewerbeentwicklung. Unser Ort hat bereits in der Vergangenheit mehrfach für die bestehenden Gewerbegebiete auf der Wilhelmshöhe einen erheblichen Flächenanteil seiner Gemarkung zur Verfügung gestellt.
Heute müssen wir aber sagen: Was zu groß ist, ist zu groß und Unpassendes passt eben nicht. Deshalb sprechen wir uns nachdrücklich gegen das Industriegebiet Wilhelmshöhe-Nord aus.
Der Ischeroth darf nicht zerstört werden und unsere Wohnorte sollen lebenswert bleiben!
Deshalb richten wir die Bitte an Sie, die Verantwortung für unsere Stadt tragen:
Stoppen Sie diese unzeitgemäßen Pläne für ein GIB Wilhelmshöhe-Nord!

Am 2. Juni 2015 übergab die kleine Delegation im Rathaus Freudenberg den Bürgerbrief.

Am 2. Juni 2015 übergab die kleine Delegation im Rathaus Freudenberg den Bürgerbrief.

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