Bürgerversammlung dokumentiert hohes Bürgerinteresse – Und was wird mit dem „Dialog“?

Auch ein Grund der Diskussion: Parzellengenaue Pläne für Wilhelmshöhe-Nord liegen vor - und andere sagen "Das ist ja nur mal so eine Idee..."

Auch ein Grund der Diskussion: Parzellengenaue Pläne für Wilhelmshöhe-Nord liegen vor – und andere sagen „Das ist ja nur mal so eine Idee…“

Die Bürgerversammlung in der Aula war beeindruckend. Wir alle konnten hören, was die Fraktionsvorstände zu sagen hatten. Und die Fraktions-Chefs konnten noch einmal direkt wahrnehmen, was die Bevölkerung von den Ischeroth-Industrie-Plänen hält: Nämlich nichts.
Interessant wäre gewesen, was aktuell die Bürgermeisterkandidaten – auch unter dem Eindruck dieser Bürgerversammlung – zum Ischeroth, vielleicht sogar etwas konkreter, sagen. Leider fiel die gemeinsame Diskussion der Kandidatinnen und Kandidaten am 26. August 2015, die im Rathaus stattfinden sollte, aus.

Ein Wort machte in der Büschergrunder-Bühler-Bürgerversammlung oft die Runde: „Dialog„. Man wolle miteinander sprechen. Dieses „Versprechen“ zur Kommunikation sorgt bei der Bühler und Büschergründer Initiative aber auch für ein wenig Ratlosigkeit: Alle Fraktionen erhielten den Bürgerbrief – und keine antwortete, auch die einzelnen Stadtverordneten nicht. Weder eine Eingangsbestätigung, noch ein inhaltliches Wort.

Ist das das Verständnis eines neuen Redens miteinander? Wie zu hören war, hat zumindest eine Fraktion, die ja nach der letzten Kommunalwahl 2014 alle neu zusammengesetzt sind, auch trotz des Bürgerbriefes das Thema „Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-Nord“ intern nicht aufgegriffen. Verstehe das, wer will!

Aber natürlich interessiert viele, was zum Ischeroth gesagt wird – und das Internet bietet dazu in diesen Tagen einige Informationen. Auf der Facebook-Seite des Bürgermeisterkandidaten Reiner Beel ist mit Datum 21. August zu lesen (https://www.facebook.com/rainer.beel?fref=ts):

„Das war mehr als eine bloße Andeutung: Es gebe Firmen, die aus Freudenberg wegzögen, wenn das Gewerbegebiet auf dem Ischeroth nicht käme, so Nicole Reschke gestern Abend anlässlich unserer Kandidatenrunde im Altenzentrum. Welche Firmen das denn seien, wollte ich wissen. Darauf veränderte sich schlagartig der getragene Ton der Kandidatin: „Das darf ich ihnen gar nicht sagen, das habe ich in meinen Gesprächen erfahren, und das fällt unter die Schweigepflicht.“

Davon hätte der Parteifreund und SPD-Fraktionsvorsitzende tags zuvor in der Bürgerversammlung ja auch etwas sagen können. Es war ja ausdrücklich gefragt worden, ob es ganz konkrete Ansiedlungsabsichten Freudenberger Firmen gäbe.

Bürger aus Bühl und Büschergrund befürchten: Kommt das Industriegebiet, gehts mit der Wohnqualität in den Orten massiv bergab

Bürger aus Bühl und Büschergrund befürchten: Kommt das neue Industriegebiet Wilhelmshöhe-Nord, gehts mit der Wohnqualität in den Orten massiv bergab – und die Landschaft erfährt eine nicht wieder gutzumachende Beschädigung

Womöglich lässt die Internet-Seite von MdL-Tanja Wagener die „Katze aus dem Sack“ (http://www.tanjawagener.de/meldungen/22540/200142/Firmenchef-Eigene-Ausbildung-gegen-Fachkraeftemangel.html.) Dort heißt es in einem Beitrag über einen gemeinsamen Besuch bei der Firma Otto Quast im Freudenberger Stadtteil Lindenberg:

„Ebenso auf Nachfrage Reschkes erklärte Reinhard Quast zur umstrittenen Erweiterung des Gewerbegebietes Wilhelmshöhe-Nord, dass diese aus seiner Sicht sinnvoll und notwendig sei“.

Wir wollen nicht spekulieren, war das das Unternehmergespräch und könnte es bedeuten „Betonwerk auf den Ischeroth“?

Wenn also die Politiker/innen vor Ort über mehr Informationen verfügen, warum sagen sie davon nichts den betroffenen Bürgern? War „Dialog“ nur ein Füllwort am Abend einer unangenehmen Diskussion und gar nicht so ernst gemeint?

Unabhängig davon: Die Initiative dankt allen Bürgerinnen und Bürgern aus Büschergrund und Bühl, die an diesem Abend in der Aula waren. Sie haben nachdrücklich das hohe Interesse der Bevölkerung an den Planungen rund um den Ischeroth dokumentiert. Und das Meinungsbild war klar: Dieses viel zu große Industriegebiet passt nicht in die Landschaft!

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